Unsere Lehrer

 

Heinrich Veltrup

Studienrat Heinrich Veltrup war unser erster Englischlehrer. Wir haben bei ihm recht gut Englisch gelernt. Mich störte sein deutlich hörbarer deutscher Akzent, den er auch nach seinem einjährigen Aufenthalt als Austauschlehrer in Amerika nicht verlor. Es freute ihn, wenn man mit ihm über die „Voice of America“ oder „World and Press“ diskutierte.                                                                                                                       Auch als Sportlehrer erwarb er sich Sympathien. Es schien, als halte er sehr viel von Training und Abhärtung. Er stellte einmal einen Manteldieb, den die Polizei jedoch törichterweise wieder entwischen ließ. Durchtrainiert wie er war, hatte er den Dieb quer durch Minden verfolgt („rennen Sie nur, ich bin doch schneller als Sie!“). Er heiratete eine junge Volksschullehrerin, bei der ich in Bergkirchen kurz nach Kriegsende eine Zeitlang Unterricht gehabt hatte. Letzteres traute ich mich allerdings nicht ihm gegenüber zu erwähnen.

Gerd Bussing                                                                                                                                                             9.6.211                                                                                                                

Verblasst, aber nicht vergessen. Erinnerungen an unsere Lehrer.

Veltrup (Englisch, Sport)

"Herrschaften..." Es klang immer, als wenn der Knödel, den er gerade im Mund hatte, zu heiß war. Überhaupt war ihm im Englisch-Unterricht nichts wichtiger als die Vermittlung einer authentischen Aussprache. Sie

demonstrierte er am liebsten mit der Vokabel "dry"."D-d-d-dr-dry":

Während sich sein anfangs breit gezogener Mund langsam immer mehr verengte, gelang es ihm, die Zungenspitze mit jedem "d" ein wenig nach hinten zu rollen. Einfach perfekt. Nach mehreren Wiederholungen war ich

davon überzeugt, dass sich jeder Brite davon eine Scheibe abschneiden kann. Erst recht, nachdem sich Veltrup selbst auch noch als lebendes Beispiel ins Zeug warf: Sie hätten es nicht geschafft, die verdrehten Tommies, bei seinem letzten Besuch in London seinen Namen richtig zu sprechen: Aus "Veltrup" wurde "Viltrap", aus "Viltrap" wurde "Vailträp".

Da aber muss dem leidenschaftlichen Phonetiker Veltrup wohl die Lehrernatur durchgegangen sein, er bröselte ihnen seinen Namen schriftlich mit "Valtroup" auf. Na, bitte, geht doch!

Ein fairer Lehrer, gradeaus und frei von Vorurteilen und Animositäten, so lange man ihm seine eitel kultivierte Marotte ließ - den englischen Akzent seines Deutsch. Anfangs dachte ich, seine Muttersprache sei

wirklich Englisch. Bis ich Engländer sprechen hörte und dahinterkam, dass Veltrup eine Bauerschaft im münsterländischen Kreis Steinfurt ist.


Gunther Hagemann 18.5.2011

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