Unsere Lehrer
Unsere Lehrer
Verblasst, aber nicht vergessen. Erinnerungen an unsere Lehrer.
Dr. Helmut Assmann, genannt Bömmel
(Deutsch, Französisch)
Dieser wohlmeinende und Güte ausstrahlende Pädagoge schien aus einer vergangenen Welt zu stammen. Seine Fächer waren Deutsch und Französisch, jedenfalls für uns N-ler. Doch er ist mir am meisten als gütige Figur ohne Streitpotential und Schülerhass in Erinnerung geblieben. Es war ihm auch eine Art Spitzweg‘scher Dachkammerpoesie zu eigen, die sich z.B. in seiner Liebe und Nähe zu Wilhelm Busch äußerte. Da zitierte er gern folgendes Gedicht, das mir in Erinnerung geblieben ist:
Wer möchte diesen Erdenball
Noch fernerhin betreten,
Wenn wir Bewohner überall
Die Wahrheit sagen täten.
Ihr hießet uns, wir hießen euch
Spitzbuben und Halunken,
Wir sagten uns fatales Zeug,
Noch eh' wir uns betrunken.
Und überall im weiten Land
Als langbewährtes Mittel
Entsproßte aus der Menschenhand
Der treue Knotenknittel.
Da lob' ich mir die Höflichkeit,
Das zierliche Betrügen.
Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid;
Und allen macht's Vergnügen.
Oder dass er eines Morgens, als ich in der Klasse eine Stinkbombe auf den hinteren Bänken losgelassen hatte, ausrief: „Das stinkt ja hier wie drei Stadtschreiber“, wobei die seinerseitige Verunglimpfung eines historischen Berufsstandes ohne Folgen blieb, ich meinen Namen jedoch im Klassenbuch wieder fand.
Großartig auch seine Theatertalente, denn er war der verantwortliche Regisseur der „Mostellaria“, einer Plautusaufführung, parallel zum Aias 1955, die ein großer Erfolg wurde. Dort ist auch ein Gedicht von ihm selbst zu lesen (rechts oben) ...
Günter Hennersdorf 15.5.2011
Unser Deutsch- und Französischlehrer Helmut Assmann („Bömmel“) ist mir als sehr menschlich in Erinnerung geblieben. Lange Zeit war er unser Klassenlehrer. Er war übrigens der einzige unserer Lehrer, der einmal mein Eltern besucht hat, ich glaube, nach der Beerdigung von Udos Vater.
Er war gutmütig und witzig. Viele werden sich noch an seine launigen Festgedichte erinnern. Er war ein nicht unbegabter Poet, der auch ernsthafte Gedichte verfasste. Gelegentlich erwähnte er seine Freundschaft mit Heinz Erhard.
Ich muss ihm hoch anrechnen, dass er meinen Abitursaufsatz mit „gut“ bewertete, obgleich er dessen Schwächen klar erkannte. Er meinte, ich hätte meine ziemlich abwegigen Thesen sehr geschickt formuliert und vertreten.
Unvergesslich ist mir, wie fürsorglich er uns auf unseren Fahrten nach Burg Sternberg und Hannoversch Münden begleitete.
Obwohl er nicht selten völlig außer sich geriet, wenn wir zu viel „schwätzten“, konnte man ihm doch niemals böse sein.
Gerd Bussing 7.6.2011