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Zeitbetrachtungen

 

In diesem Abschnitt finden wir u.a. Erinnerungen an die Kindheit eines "Kriegskindes". Als ich geboren wurde - 1937 - war Hitler an der Macht und sogar auf deren Höhe. Sinken der Arbeitslosenzahlen auf unter eine Million, Gründung der Volkswagen AG, KdF-Fahrten (Beginn des Massentourismus) und allgemeine staatlich gesteuerte Zufriedenheit. Allerdings manifestierte sich auch der Ungeist der Nazis und ihre provinzielle Verquastheit darin, dass sie die Ausstellung "entartete Kunst" (Beispiel Franz Marc) im Haus der Kunst in München ins Leben riefen, in welcher alle bekannten Künstler (besonders jüdische), die die sog. nichtgegenständliche oder abstrakte Kunst verfolgten, dargestellt und verurteilt wurden.
Übrigens ereignete sich in diesem Jahr auch das Lakehurst-Unglück des Luftschiffes Hindenburg (am 6. Mai). Es ereignete sich auch der Spanische Bürgerkrieg (1963 - 1939) zwischen Falangisten und Kommunisten, und die Zerstörung der Stadt Guernica (hier das berühmte Bild von Picasso) durch Bomben der deutschen Legion Condor. Hitler ließ in den Hossbach-Protokollen verlauten, Krieg mit dem Ziel der Raumgewinnung (Osten) führen zu wollen. Zwei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg...

 

Guernica Pablo Picasso: Guernica - Wikipedia schreibt: "Guernica, die heilige Stadt der Basken, liegt östl...
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Franz Marc Franz Marc: Turm der Blauen Pferde - Wikipedia schreibt "Im sechsten Raum fehlten Beschriftungen ...
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Mein Vater lernte 1936 seine spätere Frau Else in Minden kennen und verlobte sich mit ihr in Kiel, seinem Arbeitsplatz auf der Howaldwerft. Geheiratet wurde 1937 - meinem Geburtsjahr... Meine Mutter war bereits einmal geschieden. Mein Vater war Mitglied der NSDAP und als Diplomingenieur inder Rüstungsindustrie zu Höherem bestimmt, d.h einer Industriekarriere. Das bewahrheitete sich aber so nicht. Er wurde 1940 zu einem Pionierbataillon nach Frankreich eingezogen, danach aber war er wegen Unabkömmlichkeit ab 1941 als Abteilungsleiter bei Thyssen in Duisburg tätig. 1945 nach der zwangsweisen Mitarbeit an der Demontage "seines" Werks verschlug es ihn nach Minden zu meinen Großeltern in das berühmte Kolonialwarengeschäft am Weingarten. Er versuchte mehrfach wieder Fuß zu fassen, aber er hatte als Nazi wohl doch nicht die notwendigen Netzwerke, oder er war nicht mehr in dem Alter, das gebraucht wurde. Oder beides. Er durfte bei meinem Großvater dann als "Lagerist" arbeiten - quae mutatio rerum...
Erstaunlich war seine Absicht, quasi als Vermächtnis oder Aufrechnung ein Buch über gesellschaftliche Fragen zu schreiben, an dessen viel-seitiges, doch unvollendetes Manuskript ich mich noch erinnere - es ist aber inzwischen verschollen.
Er verstarb 1956 im Alter von 62 Jahren nach einer Darmoperation, verbittert und verarmt.

 

 

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